Term-Sheet-Verhandlungen für Start-ups

March 12, 2015

Immer mehr Internetseiten widmen sich dem Thema Neugründungen und damit verbunden Herausforderungen. Oft sind diese Seiten ein umfangreicher Fundus relevanten Wissens.

 

Die Seite deutsche-Startup.de veröffentlicht das Protokoll der Live-Verhandlung eines Termsheets, eine Zusammenarbeit der internationalen Anwaltskanzlei Bird & Bird LLP mit Hamburg Startups. In dem lesenswerten Artikel befindet sich auch der entsprechende Youtube Link.

 

Aus Sicht der Wiener Schule der Verhandlungsführung sind dabei mehrere Beobachtungen interessant.

 

Beziehungslandkarten sollten durch Integration spezialisierter Berater verbessert werden

 

“Es liegt in der Natur der Dinge, dass Investoren bei diesen Verhandlungen gegenüber den Start-ups reichlich Informations- und Erfahrungs-Vorsprung haben. Insofern der Rat an Start-ups: Für solche Verhandlungen unbedingt (!) Fachanwälte hinzuziehen.”

 

Unternehmensbewertungen hängen von einer Vielzahl von beeinflussbaren Standards ab

 

“Zu Beginn einer jeden Verhandlung über ein Term-Sheet diskutieren Investor und Gründer regelmäßig das Investitionsvolumen und die Beteiligungsquote. Maßgebliches Kriterium zur Bestimmung dieser wichtigen Parameter ist die Unternehmensbewertung des Start-Ups.

Im Gegensatz zu etablierten Unternehmen verfügen Start-Ups nicht über belastbare, historische (Finanz-) Daten. […] Dies eröffnet Gründern und Investoren gleichermaßen die Möglichkeit, über die Bewertung, über die Werttreiber des Start-Ups, zu verhandeln. Qualitative Bewertungsfaktoren, wie die persönliche und fachliche Qualifikation der Gründer, die Wettbewerbssituation, die potentielle Marktplatzierung und der Businessplan sind entscheidende Kriterien.”

 

Ungereimtheiten haben kurze Beine – es kommt immer zu einer Due Diligence (DD)

 

“Eine DD ist eine Überprüfung des Start-Ups, mit Hilfe derer sich der Investor ein detailliertes Bild des Start-Ups verschafft. Die Ergebnisse dieser DD, dieser Risikoüberprüfung, können, sofern sie für den Investor nicht zufriedenstellend sind, negativen Einfluss auf den Kaufpreis und weitere Regelungen des späteren Beteiligungsvertrages haben. Bisweilen nehmen Investoren gar vollständig von einer Beteiligung an dem Start-Up Abstand, wenn die Ergebnisse der DD nicht überzeugend sind.”

 

Prozessvereinbarungen zu Beginn von Verhandlungen sind notwendig

 

“Entschließen sich Gründer zur Beteiligung eines Investors, benötigen sie meistens kurzfristig Liquidität – das Geld soll schnell fließen. Die Durchführung einer DD kann auch bei Start-Ups allerdings schon einige Wochen in Anspruch nehmen.”

 

Die Dynamik eines Start-ups entbindet nicht von professioneller Vorbereitung

 

“Gründer können aber versuchen, diese Zeit zur verkürzen, indem sie die notwenigen Dokumente bereits zu Beginn des Start-Ups ordnen und vernünftig ablegen. Zudem sollten sie sich bereits vor der Verhandlung des Term-Sheets im Hinblick auf etwaige rechtliche Probleme beraten lassen. […] Die in der DD zu prüfenden Dokumente werden heutzutage in einen elektronischen Datenraum hochgeladen, zu dem die Berater des Investors bestimmte Zutrittsrechte erhalten.”

 

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